In den 80er-Jahren waren es die Diskotheken, in den 90ern die Fitnessstudios und heute sind es die Chatrooms – Treffpunkte zum Flirten, zum Quatschen und zum Kennenlernen. Doch nicht nur von vielbeschäftigten Geschäftsmännern und Karrierefrauen wird diese Art der Kommunikation intensiv genutzt, sondern auch immer häufiger von Teenagern, wobei die Nutzer immer jünger werden.
Der Grund dafür: Schon in der Grundschule haben die Kinder den ersten Kontakt mit dem Internet und in den meisten Familien ist der Computer ständig in Gebrauch. Weiterhin kann man auch mit den kleineren Notepads, Notebooks und Handys unabhängig von Ort und Zeit ins Internet zum Surfen. Und so können sich viele Teenager in den gängigen Social Networks und sonstigen Communitys anmelden, ohne dass ihre Eltern etwas davon wissen. Meist ist es nur ein ganz harmloser Austausch von Meinungen und Informationen zu ganz alltäglichen Geschehnissen in der Schule oder im Freundeskreis. Man verabredet sich hier zum Eisessen unter einem Sonnensegel, man plaudert Stunden lang über die letzte Folge der Lieblingsserie im Fernsehen oder über das neueste Video seines Lieblingssängers. Doch das kann – je nach Tarif – ziemlich teuer werden und ist außerdem nicht ganz ungefährlich. Denn im Internet lauern bekanntlich viele Gefahren.
Natürlich nützt es wenig, seinen heranwachsenden Kindern das Chatten einfach zu verbieten. Man sollte es als eine ganz normale Kommunikationsvariante akzeptieren, nur mit dem Hinweis darauf, dass ein Chatpartner nicht immer eine reale Person sein muss. Viele Menschen nehmen in den Chatrooms eine andere Identität an. Manche machen sich älter, manche jünger, manche attraktiver oder intelligenter und leben dort ihre Phantasien aus. Das sollte jedem bewusst sein, der einen Chatroom benutzt.
Fragen Sie einfach mal Ihr Kind nach seinen Chatfreunden – ebenso interessiert wie nach seinen Schulfreunden. Wenn Sie bemerken, dass Ihr Kind vor allem abends heimlich bei herunter gezogenen Cosiflor Plissees unter der Bettdecke chattet, ist allerdings in jedem Falle Feingefühl gefragt. Denn es kann sich hier ebenso um die ersten zarten Triebe einer Jungendliebe handeln, wie um ein großes Geheimnis mit der besten Freundin. So lange sich Ihr Kind in seinem Verhalten, in seinen Leistungen in der Schule und in seiner Offenheit Ihnen gegenüber nicht ändert, spricht nichts dagegen, wenn es am Abend heimlich sein Handy unter die Kissenhülle schiebt, um nach dem „Gute Nacht“ noch ein paar Sätze mit dem Chatpartner auszutauschen. Schließlich hatten auch wir mal unsere Geheimnisse vor unseren Eltern.